Aelius HonoriusAus Lexikon der Nationen
LebenAelius Honorius II, dritter und jüngster Sohn des Kaisers Theophilus Honorius (*373-+419) und seiner Gattin Julia Domna (*380-+455), ist eine der tragischsten Persönlichkeiten der Medianisch-novarischen Geschichte. Geboren in eine Zeit des tiefsten Umbruches hinein, war ihm nicht an die Wiege gesungen, jemals Kaiser des Medianischen Reiches zu werden. Seine Mutter Julia Domna gebar ihn in der Festung Flora, wohin ihr Gatte, Kaiser Theophilus Honorius sie zu ihrer eigenen Sicherheit während eines Feldzuges gegen nördliche Barbaren geschickt hatte. Seinen Vater lernte Aelius Honorius nie kennen, denn dieser verstarb auf dem Winterfeldzug 419 gegen den Stamm der Sassen noch vor seiner Geburt. Nachfolger des Kaisers wurde sein ältester Sohn und Bruder des Aelius, Theodosius VI, gerade fünfjährig und damit regierungsunfähig. Die Regentschaft übernahm seine Mutter Julia Domna. Kurz nach seinem offiziellen Regierungsantritt im Alter von 15 Jahren (429), verstarb der junge Kaiser Theodosius. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll seine Mutter den ihr nicht zu Willen seienden Knaben vergiftet haben lassen. Nun folgte der zweitälteste Sohn des Theophilus auf den Kaiserthron, Maximianus Honorius, der allerdings schon 434 an der Pest starb, die von den eigenen Legionen auf die Halbinsel gebracht wurden, die zuvor aus den nördlichen Provinzen abgezogen worden waren, um die Heimat zu schützen. So wurde der fünfzehnjährige Aelius Honorius also Kaiser des Medianischen Reiches- oder, wie man damals synonym sagte, des Westreiches, denn das Medianische Imperium hatte im Osten das Ladinische Imperium, den immer noch "heidnischen" Zwilling, als Verbündeten an seiner Seite, das daher konsequent als Ostreich bezeichnet wurde. Im Alter von 20 Jahren heiratete er Julia Mamaea, von der wenig mehr bekannt ist, als das sie schöne blonde Haare hatte und drei Fehlgeburten erlitt. In eine Zeit des Umbruches hineingeboren, musste der Kaiser mehrere Aufstände von Feldherren und Adeligen seines eigenen Reiches niederschlagen, nicht zu reden von den ständigen Abwehrkämpfen gegen die Barbaren. Da das Ladinische Imperium zur selben Zeit ebenfalls massivst angegriffen wurde, konnte diese nur bedingt und meist nur lokal zur Hilfe eilen. Zur einer Schwächung der Zentralgewalt führten auch die religiösen Konflikte innerhalb des Imperiums: Die christlichen Sekten der Trinitarier und Arianer, ebenso die wenigen verbliebenen Anhänger der Paganitas, der "Heiden", unter denen sich viele Wissenschaftler befanden, wurden von der Medianisch-Katholischen Kirche systematisch verfolgt und leisteten den einfallenden Barbaren oftmals Hilfe, da sie sich von diesen Glaubensfreiheit versprachen. In der Folge zerbrach das Medianische Imperium Stück für Stück, der Herrschaftsbereich des Kaisers beschränkte sich über mehrere Jahrzehnte hinweg nur noch auf den Süden der novarischen Halbinsel, wo der Kaiser sein Buch "Vom Trost der Philosophie" schrieb. Als der Kaiser kinderlos im Winter des Jahres 500 verstarb, war das einstmals stolze Medianische Reich erloschen. PolitikDie Politik des Reiches war unter der Regierung des letzten Kaisers geprägt von Härte und Ausgleich. Als gläubiger Katholik geriet der Kaiser des Öfteren in Konflikt mit der Amtskirche seines Reiches, die die Sekten der Trinitarier und Arianer, sowie die letzten Heiden entweder bekehren oder aber von hohen Staatämtern und Dienstleistungen der Kirche ausnehmen wollte. Hier versuchte der Kaiser den Ausgleich, was dazu führte, das die Kirche sich den lokalen Adeligen zuwandte, die in der Folge dramatisch an Einfluss gewannen. Es zeichnete sich bereits die Epoche der novarischen Kleinstaaterei ab. Zwar gelang es dem Kaiser die nördlichen Barbaren an einer Invasion der novarischen Halbinsel zu hindern, die lokalen Fürsten erlangten jedoch soviel Macht und Einfluss, dass der Titel eines "Medianischen Imperators" nur mehr noch nominell gesehen wurde. In seine Regierungszeit fallen auch die Auswanderungen der beiden christlichen Sekten, der letzten "Heiden" und die Abwanderung des Volksstammes der Eturäer nach Ladinien, dass durch diesen Zufluss an Menschen, Ideen und Resourcen im wesentlichen unbeschädigt jene Epoche überstehen konnte, während auf der novarischen Halbinsel mehrere Fürstentümer entstanden. |



